Porzellan aus unserer Region - Sonderausstellung im Stadtmuseum "Alte Suptur" in Stadtroda 2026
Porzellanfabrik Hermsdorf – HESCHO – VEB KWH
- 1890 Inbetriebnahme einer neuen Porzellanfabrik in Hermsdorf, 100%ige Tochter der Kahla AG, 80 Mitarbeiter, anfangs Tassenproduktion, dann Start mit Porzellanisolatoren.
- 1897 Patentanmeldung DELTA-Glockenisolator – ein Meilenstein der Hochspannungstechnik und Durchbruch auf dem Markt.
- 1905 das Hermsdorfer Werk hat 1000 Beschäftigte, Geschirrproduktion wurde eingestellt, 1910 Einstieg in das Geschäft mit Chemieporzellan.
- Ab 1922 Kahla AG besitzt Aktienmehrheit beim Konkurrenten Schomburg & Söhne, HESCHO-Isolatoren GmbH wird Markt- und Technologieführer bei Technischer Keramik.
- Elektronikbauteile für die Hochfrequenztechnik stellen neue Anforderungen. Werkstoff CALIT - Einstieg in breite Palette neuer Keramikmaterialien
- Ab 1923 wird das Tridelta-Symbol verwendet.
- 1935 wird die HESCHO NS-Musterbetrieb (Elektronikbaugruppen u. Großstücke für Chemieindustrie), Zweigwerk in Gera mit 2.500 Mitarbeitern, 1944 sind ca. 50% der 5.000 Beschäftigten Zwangsarbeiter!
- 1945 für 8 Wochen ist Hermsdorf durch US-Truppen besetzt, Know-how und wichtige Mitarbeiter werden „Kriegsbeute“.
- Danach wird das Werk per Dekret sowjetischer Militäradministration unterstellt. Produktion und Entwicklung gehen fast nahtlos weiter, neue Produktgruppen für Rundfunk, Fernsehen und Industrie wie Piezolan u. Ferrite entstehen. Ab 1952 VEB - Volkseigener Betrieb.
- 1950er: für Ferrite und integrierte Elektronikschaltkreise entstehen neue Betriebsteile, später auch für Sintermetalle und Biokeramik (Humanmedizin).
- 1969: Hermsdorf wird Stammsitz des Kombinates Keramische Werke und erhält Stadtrecht. Waldemar Schilling aus Hermsdorf ist erster Generaldirektor.
- 1989 zählt das Hermsdorfer Werk 7.000 Mitarbeiter (davon 700 Entwicklung).
- 1990 Übergang zur Marktwirtschaft und DM-Einführung verlangen schwere Einschnitte bei Personal und Produktsortimenten. Die Etablierung der TRIDELTA AG scheitert.
- 1992 nach und nach Ausgründung zahlreicher kleiner u. mittlerer GmbH.
- 2020 verdienen in Hermsdorf und Umgebung etwa 2.000 Leute ihren Unterhalt mit Technischer Keramik.

Quelle:
[1] Unter dem Zeichen des Tridelta, Stefan Serfling, Hermsdorf 1997
Zusammengestellt von Dr. Dieter Grützmann.
Bearbeitet 03/2026 von Peter Sperrhake.